Posted by Ingo Frost on Donnerstag, 15 Dezember, 2011
ZDF-Dokumentarfilm: Rettung aus dem Regenwald?
Ingo Schulze, der Mainzer Stadtschreiber des Jahres 2011, hat sich für seine Dokumentation ein Thema vorgenommen, bei dem es um die große Formel der Fruchtbarkeit geht, um die Wiederentdeckung einer alten Ressource aus der Landwirtschaft.
In der sehr sehenswerten Dokumentation über Terra Preta wurde auch der Eberswalder Terra Preta Experte Jürgen Reckin interviewt, den wir bereits wegen seiner Säulenäpfel besucht haben. Es züchtet Apfelbäume auf Böden, die durch selbst hergestellte Terra Preta verbessert wurden.
Man könnte denken, dass die Züchtung von Apfelsorten inzwischen zu keinen wirklich neuen Ergebnissen führt, wachsen doch allein in Deutschland über 1500 verschiedene Sorten – wäre da nicht 1955 die natürliche Mutation zur Säulenform aufgetreten.
In British Columbia auf einer Apfelplantage fiel ein Apfelbaum der Sorte McIntosh auf: Durch eine natürliche Mutation wuchs er in Säulenform, also kaum abzweigenden Ästen.
Dr. Jürgen Reckin ist überzeugt: Würde man alte, lokale Apfelsorten in Säulenform züchten, könnte man auf engem Raum viele verschiedene Äpfel ernten. Diese sind resistent gegen Krankheiten und Schädlinge, der Arbeitsaufwand was den Obstbaumschnitt anbelangt fällt weg und Vielfalt ist gleichzeitig eine gute Strategie in Zeiten von sich veränderndem Klima.
Die Straßenäpfel sind reif und verrotten am Straßenrand? Nicht in Gatschow, einem kleinen Dorf im Landkreis Demmin (Mecklenburg-Vorpommern), wo das Landkombinat Gatschow mit WikiWoods aktiv wurde. Dort wurden säckeweise Äpfel gesammelt, gewaschen und mit Freiwilligen in 10 Tagen zu über 5000 Liter Saft verarbeitet. Dazu kam eine selbst konstruierte Saftstraße zum Einsatz: Kartoffelwaschanlage, umgebauter Asthechsler, Presse, Pastorisier- und Abfüllanlage:
Neben klassischen technischen Innovationen entstehen um uns herum neue regionale Innovationen, durch die Lösungsansätze für regionale Problematiken entwickelt werden. Im Seminar Regionale Innovationenhaben Studierende verschiedener Fachbereiche sich auf die Suche nach solchen Innovationen in der Region gemacht, Interviews geführt und mittels Methoden aus dem Wissensmanagement auf Erfahrungen hin untersucht.
Unter dem Stichwort “OpenFarmTech” habe ich am Wochenende bei der WikiWoods-Sommerakademie das “GlobalVillageConstruction-Kit” – sowie einige Freiwillige, die daran mitarbeiten – kennen gelernt. Auf dieser Plattform können technische Lösungen geteilt werden, die nötig sind, wenn sich ganze Orte selbst versorgen wollen.
Kulturpflanzen, die sich selbst vermehren, gehören zur Lebensgrundlage
von Lara Mallien erschienen in der Zeitschrift Oya 06/2011
In der Schorfheide nördlich von Berlin, im Ort Finowfurt, lebt Jürgen Reckin und vermehrt seine Schätze. Einige hat er aus den entferntesten Winkeln der Welt zusammengetragen. »Bei den Amish in den USA fand ich eine Salatform, die bei uns schon lange ausgestorben ist, den Hirschzungensalat. Er kann sich selbst aussäen und wächst heute wild überall in meinem Garten. Pflanzen, die den Wildformen nahestehen, sind ursprünglicher in ihrer Biochemie und enthalten eine viel höhere Konzentration an nahrhaften oder heilsamen Inhaltsstoffen.«
Morgen: Kräne aus Bambus? Praxisbeispiele von Heute Ergebnisse aus dem Seminar Regionale Innovationen
Vorstellung Regionaler Innovationen aus Berlin/Brandenburg
Wir werden keinen Eberswalder Kran der neuen Generation aus nachwachsenden Rohstoffen vorstellen – aber Fahrräder werden heute in Berlin schon aus Bambus gebaut! An diesem Abend werden fünf Praxisbeispiele regionaler Innovationen aus dem Raum Berlin/Brandenburg vorgestellt, die weder von Firmen noch von Forschungseinrichtungen stammen, sondern von verschiedenen Akteuren aus der Region.
Im Rahmen des Seminars Regionale Innovationen an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde (FH) wurde nach zukunftsfähigen Innovationen aus der Region recherchiert, und mit Hilfe von Wissensmanagementmethoden Erfahrungen aus diesen Projekten zusammengetragen, analysiert und aufgearbeitet. Im letzten Schritt werden diese Erfahrungsreports im Internet und durch diese Veranstaltung der Öffentlichkeit vorgestellt.
Nach einer Kurzverstellung des Seminars, der Methode und der Innovationen haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit den Austausch zu einzelnen Projekten zu vertiefen und in einem angenehmen Rahmen sich gegenseitig zu vernetzen.
1.2.2010 17:oo-19:oo Uhr
Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde
Waldcampus, Raum 11.114
Fahrräder aus Bambus bauen?
Meine ersten Gedanken: Ist denn Bambus stabil genug und warum gerade in Berlin wo doch der nächste Baumbuswald erst ganz weit im Osten liegt…
Beide Einwände erwiesen sich schnell als unbegründet: Bambus hat als Baustoff eine höhere Zugfestigkeit als Stahl. Bambus selbst wächst auch in Deutschland und das erste Bambusfahrrad, dass in dem hier vorgestellten Projekt entstanden ist stammt aus Südhessen. Das Projekt ist spannend, da nachwachsende Rohstoffe in erster Linie energetisch genutzt werden – dabei kann man mit dem Riesengras noch einiges anderes anfangen.
Posted by Ingo Frost on Dienstag, 9 November, 2010
Wie kann der Ressourcenverbrauch massiv reduziert werden und gleichzeitig ein hoher Lebensstandard gewährleistet werden? Wie kann man alte Bausubstanz nutzen, und gleichzeitig mit ca. 75% weniger Wasser, Abwasser, Wärme, Strom, Müll und Baumaterialien auskommen und dabei gemeinschaftliches Wohnen in einer anonymen Großstadt realisieren?
Im Rahmen des Wohnprojektes Lichte Weiten in Berlin wurden diese Herausforderungen angenommen. Seit Dezember 2008 wird das sanierte Haus mit vier Generationen bewohnt.
Posted by Ingo Frost on Donnerstag, 4 November, 2010
Am Anfang des 21. Jahrhunderts stand der kleine Ort Rodewald in Niedersachsen vor einer großen Herausforderung. Das seit über 30 Jahren funktionierende (herkömmliche) Freibad verlangte dringend eine gründliche Sanierung, sonst würde das Bad geschlossen werden. Die Betriebskosten waren auch eine zu große Last für das kleine Dorf.
Die engagierten Einwohner fanden eine Lösung. Sie gründeten den Förderverein Freibad Rodewald e.V., um das alte Freibad in ein neues Naturbad gemeinschaftlich umzubauen.